Gicht Ernährung: Purinarme Lebensmittel wählen

Gicht Ernährung: Purinarme Lebensmittel wählen

Gicht Ernährung: Purinarme Lebensmittel können Symptome lindern

“Indes des Lebens dünner Zwirn verschleißt, der Erbe lauert und die Gicht uns beißt.” Das schrieb Lord George Gordon Byron im 19. Jahrhundert. Der britische Lebemann ist ein typisches Beispiel dafür, warum Gicht heute noch als Wohlstandskrankheit gilt. Der Verzehr von fettreicher Nahrung begünstigt Gicht, eine Krankheit des rheumatischen Formenkreises. Das Krankheitsbild der Gicht zeigt sich in unterschiedlichen Formen bei Männern und Frauen. Alle Symptome haben eine gemeinsame Ursache: Erhöhte Harnsäurewerte im Blut. Die richtige Gicht Ernährung kann Anfälle verhindern und Symptome lindern.

Was ist unter Gicht zu verstehen?

Gicht bei Männern am Großzehengrundgelenk

Bei der Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselstörung: Der Körper kann Harnsäure nicht mehr vollständig abbauen. Harnsäurekristalle lagern sich in den Gelenken ab und führen dort zu schmerzhaften Entzündungen. Bei Männern ist in erster Linie die Ernährung für die Entstehung von Gift verantwortlich. Sie spüren den ersten Gichtanfall durchschnittlich zehn Jahre früher als Frauen. Zuerst macht sich bei ihnen die Gicht in der Regel am Großzehengrundgelenk bemerkbar.

Gicht bei Frauen am Ellbogen und in den Fingern

Bei Frauen können neben falscher Ernährung die Wechseljahre für das Entstehen einer Gicht verantwortlich sein. Da Gicht bei Frauen zuerst die Fingergelenke und das Ellbogengelenk angreift, wird sie häufig als Arthrose diagnostiziert. Tatsächlich führt der sinkende Östrogenspiegel zu mangelhafter Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren. Frauen mit Gicht leiden häufig auch unter hohem Blutdruck, Diabetes oder Nierenkrankheiten. Darüber hinaus ist bei Frauen der BMI meist weit höher als bei Männern, die von der Gicht betroffen sind.

Was spielt sich bei einem Gichtanfall ab?

Ein erhöhter Harnsäurespiegel kann jahrelang unbemerkt bleiben – bis er zum ersten Gichtanfall führt. Er findet typischerweise in der Nacht statt und kündigt sich mit Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Herzjagen an. Anschließend schwillt ein Gelenk stark an. Es fühlt sich heiß an, ist hochrot oder bläulich verfärbt und extrem druckempfindlich. Erste Hilfe bei der Gicht Behandlung ist die Kühlung des betroffenen Gelenks.

So schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen

Bei einem Gichtanfall sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Ein unbehandelter Gichtanfall kann sich bis zu zehn Tage lang hinziehen. Wenn Patienten ihren Harnsäurespiegel nicht in den Griff bekommen, wiederholen sich Gichtanfälle in immer kürzeren Abständen. Deformierte Gelenke und zerstörte Knochen sind Langzeitfolgen einer Gicht.

Die richtige Gicht Ernährung: Purine vermeiden

Purine sind Substanzen, die der Körper für den Erhalt der Erbsubstanz und den Aufbau neuer Zellen benötigt. Beim Abbau von Purinen entsteht Harnsäure. Die Gicht Ernährung sollte deshalb möglichst wenig Purine enthalten.

Purinreich: Fleisch, Meeresfrüchte und bestimmte Gemüse

Innereien, Muskelfleisch und Wurst sollten Gichtkranke vermeiden. Verboten sind bei Gicht ebenfalls verschiedene Fischsorten, zum Beispiel Hering, Sprotten, Sardellen oder Lachs. Hummer und Muscheln zählen zu den Meeresfrüchten, die viele Purine liefern. Auch bestimmte Gemüsesorten und Hülsenfrüchte sind für Gichtkranke nicht empfehlenswert. Eier und Milch dagegen dürfen Gichtkranke verzehren. Honig, Kürbis, Öle und die meisten Obstsorten sind arm an Purinen.

In den Sommermonaten Juni und Juli steht Ihnen eine große Auswahl an Gemüse und Obst zur Verfügung. Wenn Sie die Saison bei Ihrem Speiseplan beachten und verstärkt regionale Lebensmittel kaufen,

  • essen Sie Obst und Gemüse mit höherem Nährwert als künstlich gereifte Früchte und
  • Sie schonen Sie die Umwelt durch die Vermeidung von Transportwegen.

Folgende Gemüse haben im Juni und Juli Saison: Auberginen, alle Kohlarten, Bohnen, Erbsen, Fenchel, Gurken, alle Zwiebelarten, Karotten, Rote Beete und Zucchini.

Im Frühsommer reift folgendes Obst: Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Rhabarber und Stachelbeeren.

Puringehalt von Lebensmitteln (Harnsäure in Milligramm pro 100 Gramm):

Purinreiche Lebensmittel Puringehalt Purinarme Lebensmittel Puringehalt
Fleischextrakt 3.600 Frischkäse 0
Kalbsbries 1.260 Speisequark, Joghurt 0
Sprotten 802 Wein, Sekt 0
Hefe 684 Kaffee, Tee 0
Rinderleber 555 Butter, Pflanzenöle 0
Kalbsleber 460 Fruchtsäfte 5
Muscheln 300 Hühnerei 5
Forelle 295 Gurke 7
Sardelle, Rotbarsch 240 Birne 10
Kalbsniere 220 Tomate 10
Hering 210 Weich-, Schnitt- und Hartkäse 15
Sojabohnen, getrocknet 190 Bier 15
Thunfisch 180 Cashewnüsse 15
Lammkotelett 180 Apfel 15
Mohnsamen 170 Kartoffel, Zwiebel, Paprika, Möhre 15
Lachs 170 Eisber-, Endivien- und Kopfsalat 15
Kidneybohnen, getrocknet 165 Zitrusfrüchte, Kiwi, Ananas 20
Buchweizen 150 Steinobst, Beerenobst 20
Zuckererbsen 150 Avocado 20
Leberwurst 150 Rote Beete, Chinakohl, Aubergine 20
Schweinefleisch, mager 150 Walnüsse 25
Sonnenblumenkerne 145 Weintrauben 25
Krabben, Garnelen, Makrele 145 Zucchini, Spargel, Kohlrabi 25
Fleischbrühe 140 Maisgrieß 30
Kalbfleisch, mager 140 Haselnüsse 35
Entenfleisch mit Haut 140 Rot- und Weißkohl, Wirsing 35
Seelachs 140 Feldsalat, Rucola 35
Weizenkleie 140 Mandeln 40
Rindfleisch, mager 135 Bohnen, frisch 40
Kichererbsen, weiße Bohnen, getrocknet 110-130 Weizenmehl, Type 405
Grünkern, Vollkorn 125 Pinienkerne 45
Linsen, getrocknet 125 Blumenkohl 50
Lammfleisch, Putenfleisch 120 Brokkoli 50
Leberkäse 120 Spinat 55
Brathähnchen 115 Graubrot 55
Salami 110 Banane 55
Pangasius, Zander, Kabeljau 100-110 Vollkornbrot 60
Rosinen 105 Rosenkohl 60
Leinsamen 105 Champignon 60
Haferflocken 100 Schwarzwurzel 70
Reis, poliert 85
Erdnüsse 80
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