Gicht Symptome: Blutwerte warnen frühzeitig

Gicht Symptome: Blutwerte warnen frühzeitig

Gicht Symptome: Schmerzlos bis zum ersten Anfall

Die Wohlstandskrankheit Gicht betrifft in erster Linie Männer. Auf sieben Gichtkranke männlichen Geschlechts kommt eine Frau. Gicht zählt zum rheumatischen Formenkreis, da sich Gicht Symptome anfallartig in äußerst schmerzhaften Gelenkentzündungen bemerkbar machen. Allerdings handelt es sich bei Gicht in erster Linie um eine Stoffwechselstörung. Zu hohe Werte von Harnsäure im Blut können jahrelang keinerlei Schmerzen verursachen und unerkannt bleiben – bis zum ersten, akuten Anfall. Früherkennung von Gicht ist nur mit Hilfe eines Bluttests möglich.

Wie entsteht die Wohlstandskrankheit Gicht?

Im Vorfeld der Gicht bildet der Körper entweder zu viel Harnsäure oder er scheidet nicht genug Harnsäure aus. Der menschliche Stoffwechsel wandelt Purine in der Nahrung um und produziert dabei Harnsäure. Purine sind stickstoffhaltige Verbindungen, die in Zellkernen vorkommen. Nahrung reich an Zellen, zum Beispiel Fleisch, Fisch und bestimmte Gemüsearten, enthalten viele Purine. Bei gesunden Menschen beträgt der Harnsäurespiegel zwischen drei und sechs Milligramm pro 100 Milliliter Blutserum. Übersteigt der Wert diese Obergrenze und es zirkuliert zu viel Harnsäure im Blut, kann das Blut die Harnsäure nicht mehr auflösen. Es bilden sich Kristalle, die sich in Gelenken ablagern. Steigt der Harnsäurespiegel über neun Milligramm pro 100 Milliliter Blutserum an, kommt es zu einem Gichtanfall.

Gicht Symptome frühzeitig erkennen

Die Ursachen für Gicht, die Symptome und der Krankheitsverlauf unterscheiden sich bei Männern und Frauen. Die meisten Männer erkranken zwischen 30 und 50 Jahren an Gicht. Bei Frauen schlägt die Gicht als Folge der Menopause später zu. Niedrige Östrogenspiegel beeinträchtigen bei älteren Frauen die Ausscheidungsfähigkeit der Nieren. Bei Gicht sprechen Mediziner von primärer und sekundärer Gicht. Primäre Gicht entsteht durch erbliche Veranlagung, während sekundäre Gicht eine Folgeerscheinung anderer Krankheiten ist. Tumore, bestimmte Medikamente und Bestrahlung können zu erhöhter Produktion von Harnsäure führen und Gicht auslösen. Wenn hohe Harnsäurewerte im Blut lange unbemerkt bleiben, kommt es zu einem Gichtanfall. Begünstigt wird der erste Anfall durch ein üppiges Abendessen, allzu fröhliches Feiern mit Alkohol oder eine Fastenkur.

Der erste Gichtanfall, was tun?

Ein Gichtanfall tritt meist während der Nacht auf. Er kündigt sich häufig bereits am Tag vorher an. Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber und Herzjagen sind typische Symptome, die mehrere Tage anhalten können. Der erste Gichtanfall macht sich in einem Gelenk bemerkbar, das sich schnell entzündet. Bei Männern schwillt meist das Großzehengrundgelenk an. Bei Frauen kann dagegen die Schulter oder ein Finger betroffen sein. Das Gelenk verfärbt sich hochrot oder auch bläulich, ist sehr heiß und extrem druckempfindlich. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem akuten Giftanfall ist Kühlung des Gelenks und die Einnahme eines Schmerzmittels. Das pflanzliche Medikament Rheumagil bekämpft Gichtschmerzen ohne schädliche Nebenwirkungen.

Beim ersten Gichtanfall sofort zum Arzt

Beim ersten Gichtanfall sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Nach einem Gichtanfall sinkt die Harnsäurekonzentration im Blut rasch. Schon am zweiten Tag des Anfalls kann deshalb Gicht mit einem Bluttest nicht mehr zweifelsfrei diagnostiziert werden. Bei normalen Harnsäurewerten kann die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit Aufschluss geben. Falls Harnsäurekristalle nachgewiesen werden, liegt der Verdacht auf Gicht nahe.

Verlauf der Gicht: Interkritische Phase

Wenn Sie einen Gichtanfall ignorieren, klingen die Symptome nach rund zehn Tagen ab. Nach dem ersten Anfall tritt eine Ruhephase ein. Die sogenannte interkritische Phase kann Monate oder sogar Jahre dauern. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie gesund sind. Sie bemerken nur nicht, wie sich immer mehr Harnsäurekristalle ablagern. Wenn Gicht spät erkannt wird, kann sie sich zur chronischen Gicht entwickeln. Dabei kommt es neben ständigen Schmerzen zur Umformung von Gelenken. An Sehnenansätzen der Ellbogen, der Hände und der Füße bilden sich Gichtknoten. Diese Knoten können sich auch an den Ohrmuscheln, den Augenlidern und den Nasenflügeln ausformen.

Chronische Gicht vermeiden

Die Diagnose Gicht erlaubt es Ihnen, Ihren Lebensstil frühzeitig umzustellen und die schweren Langzeitfolgen dieser Krankheit zu vermeiden. Die richtige Ernährung spielt bei Gicht eine entscheidende Rolle. Übergewicht sollten Gichtkranke unbedingt verlieren. Der Body-Mass-Index von Gicht-Patienten sollte weniger als 25 betragen. Purinarme Lebensmittel helfen, Harnsäurewerte im Blut zu verringern. Viel Flüssigkeit, mindestens zwei Liter am Tag, unterstützt die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren.

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