Gicht Ursachen: Harnsäurekristalle in den Gelenken

Gicht Ursachen: Harnsäurekristalle in den Gelenken

Gicht Ursachen, Gicht Symptome und deren Behandlung

Wilhelm Busch nannte die Gicht scherzhaft das ‚Zipperlein’. Wer einen schmerzhaften Gicht Anfall überwunden hat, weiß, dass Verniedlichungen bei dieser Krankheit fehl am Platz sind. Bei Gicht handelt es sich um eine Unterform von Rheuma. Gicht Ursachen und das Krankheitsbild unterscheiden sich bei Männern und Frauen. Unabhängig vom Geschlecht ist jedoch die Wirkungsweise der Stoffwechselkrankheit Gicht: Ein erhöhter Harnsäurespiegel führt zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken. Dort verursachen die Harnsäurekristalle Schmerzen und heftige Entzündungen. Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Erhöhte Konzentrationen von Harnsäure im Blutserum weisen häufig auf eine Nierenfunktionsstörung oder eine genetisch bedingte Abbaustörung hin.

Unterschiedliche Ursachen bei Männern und Frauen

Fettreiche Ernährung ist bei Männern die Hauptursache für das Entstehen von Gicht. In der Regel erleben Männer einen Gichtanfall zehn Jahre früher als eine Frau. Typischerweise erkranken Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr an dieser Stoffwechselkrankheit. 80 Prozent aller Gichtpatienten sind männlich. Frauen entwickeln Gicht häufig erst nach der Menopause. Der niedrige Östrogenspiegel führt dazu, dass die Nieren nicht mehr ausreichend Harnsäure ausscheiden. Frauen mit Übergewicht sind besonders häufig von Gicht betroffen. Bei Männern greift die Gicht meist zuerst das Großzehengrundgelenk an. Gicht Symptome machen sich bei Frauen zuerst an Ellbogen und Fingern bemerkbar. Deshalb wird Gicht bei Frauen oft als Arthrose diagnostiziert.

Risikofaktoren und weitere Gicht Ursachen

Bei Gicht handelt es sich um eine Krankheit des Stoffwechsels. Der Körper schafft es nicht, den Harnsäurespiegel im Blut auszubalancieren. Gicht kann sich über Jahre hinweg entwickeln und sich plötzlich einen heftigen Anfall hervorrufen.

Experten nennen folgende Risikofaktoren:

Vererbter Gendefekt: Durch einen vererbten Gendefekt können manche Menschen Purine, entzündungsfördernde Substanzen in der Nahrung, nicht richtig abbauen.

Langfristige Einnahme von Medikamenten: Wer lange Zeit Diuretika, Schmerztabletten, Immunsuppressiva und Parkinson-Medikamente einnimmt, hat ein erhöhtes Risiko, an Gicht zu erkranken. Chemotherapie setzt im Körper eine große Menge von Purinen frei, die den Harnsäurespiegel ansteigen lassen.

Metabolisches Syndrom: Drei Viertel aller Gicht Kranken leiden an dem sogenannten metabolischen Syndrom. Dieser Begriff bezeichnet das Zusammenwirken von Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und einem gestörten Zuckerstoffwechsel. Genetische Faktoren begünstigen das Entstehen des metabolischen Syndroms. Bewegungsmangel und fettreiche Ernährung verschlimmern es.

Nierenschäden: Wenn Nieren durch chronische Einnahme von Abführmitteln oder Umweltgifte wie Blei geschädigt sind, kann sich Gicht entwickeln.

Gicht Symptome rasch erkennen

Ein akuter Gichtanfall findet typischerweise in der Nacht statt. Kopfschmerzen, Herzklopfen, leichtes Fieber und Übelkeit können den Anfall ankündigen. Das Opfer wacht mit heftigen Schmerzen auf. Das betroffene Gelenk und die umgebende Haut sind stark geschwollen. Das Gewebe fühlt sich heiß an, ist gerötet und reagiert sehr empfindlich auf Druck. Bei einem akuten Anfall sollten Sie so rasch wie möglich einen Arzt sehen. Wenn er nicht behandelt wird, kann er sich mehrere Tage lang hinziehen und zu chronischer Gicht führen.

Chronische Gicht mit Knoten und Nierensteinen

Wenn die Behandlung den Harnsäurespiegel nicht senkt, kommt es zu weiteren Gichtanfällen. Die Abstände zwischen den Anfällen werden immer kürzer, bis sich im Endstadium eine chronische Gicht entwickelt. Sie schädigt und deformiert Gelenke und führt zur Bildung sogenannter Gichtknoten. Das sind rundliche Ablagerungen von Harnsäurekristallen an Ohrmuscheln, Ellbogen, Füßen und Fingern. Nierensteine und daraus resultierende Entzündungen des Nierenbeckens und Koliken sind weitere Folgen der chronischen Gicht.

Gicht Behandlung: Schmerzmittel und Ernährung

Bei einem akuten Gichtanfall steht die Linderung der Schmerzen im Vordergrund. Pflanzliche Medikamente wie Rheumagil verringern Schmerzen ohne schädliche Nebenwirkungen. Die Senkung des Harnsäurespiegels im Blut ist Fokus der Behandlung bei Gicht.

Die richtige Ernährung bei Gicht

Eine purinarme Ernährung  kann dazu einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Purine sind Stoffe, die am Aufbau neuer Zellen und dem Erhalt der Erbsubstanz beteiligt sind. Beim Aufspalten von Purinen produziert der Körper Harnsäure. Fleisch aller Art, Innereien, Fisch und Meeresfrüchte sowie bestimmte Hülsenfrüchte und Hefe enthalten viele Purine. Bier erhöht das Risiko eines Gichtanfalls.

Purinarm: Milchprodukte, Gemüse und Obst

Milchprodukte dagegen senken den Harnsäurespiegel. Milch ist ein nahrhaftes Drüsensekret, das keine Purine enthält. Käse, Joghurt, Butter und Quark sind ideal für Gichtkranke. Die allermeisten Gemüse und Obstsorten enthalten geringe Mengen von Purinen, liefern aber wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Zucker ist zwar purinfrei. Der Abbau von Zucker im Körper erhöht jedoch den Harnsäurespiegel. Ein Glas Wein am Tag ist erlaubt. Gicht Kranke sollten so viel wie möglich trinken, um die Nierentätigkeit anzuregen.

 

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