Reaktive Arthritis: Infektion wandert ins Gelenk

Reaktive Arthritis: Infektion wandert ins Gelenk

Die reaktive Arthritis: Schwierige Diagnose, einfache Behandlung

Die reaktive Arthritis befällt Gelenke, nachdem die eigentliche Infektion bereits abgeklungen ist. Rund zwei bis vier Wochen nach einer Infektion verursachen Krankheitserreger oder Reste von ihnen Entzündungen in Gelenken. Während rheumatoide Arthritis als unheilbar gilt, klingt ein Großteil der Fälle von reaktiver Arthritis  im Laufe eines Jahres ab.

Wie entwickelt sich diese Arthritis?

Den Ausgangspunkt für dieses Krankheitsbild des rheumatischen Formenkreises bildet eine Infektion des Darms, der Harnwege oder der Geschlechtsorgane. Folgende Bakterien gelten als Hauptverursacher:

  •             Salmonellen
  •             Yersinien
  •             Shigellen
  •             Campylobacter
  •             Chlamydien

In Deutschland sind rund 50 von 100.000 Einwohnern von einer reaktiven Arthritis betroffen. Zwei bis vier Wochen nach der eigentlichen Infektion setzen Gelenkschmerzen ein. Deshalb bringt man die reaktive Arthritis häufig nicht mit der eigentlichen Ursache in Verbindung. Wissenschaftler vermuten, dass Bakterien oder deren Reste in den Gelenkkapseln das Immunsystem aktivieren und so eine Entzündung hervorrufen. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis ist diese Krankheit heilbar. Zwischen 80 und 90 Prozent aller Fälle heilen nach sechs bis zwölf Monaten aus.

Betroffene Gelenke und Reiter-Syndrom

Betroffen von dieser Krankheit sind in erster Linie Gewicht tragende Gelenke wie Knie-, Hüft- und Sprunggelenke. In der Regel entwickelt nur ein Gelenk eine Entzündung. Selten entwickelt sich eine sogenannte Polyarthritis, bei der mehrere Gelenke gleichzeitig entzündet sind. Manchmal weitet sich die Krankheit auf andere Körperteile aus. Wenn drei verschiedene Zonen betroffen sind – die Harnwege, die Augen und der Mund – spricht man von Reiter-Syndrom. Falls die Entzündung auch die Haut angreift, nennen Mediziner das Krankheitsbild Reiter-Tetrade.

Schwierige Diagnose durch verschiedene Symptome

Gelenkentzündungen diagnostizieren Ärzte in der Regel als rheumatoide Arthritis. Da die eigentliche Infektion beim Auftreten in den Gelenken bereits abgeklungen ist, gibt nur ein Bluttest Aufschluss, um welche Art von Arthritis es sich handelt. Antikörper möglicher Erreger weisen darauf hin, dass eine frühere Infektion stattgefunden hat. Falls der sogenannte Rheumafaktor im Blut fehlt, handelt es sich bei einer akuten Gelenkentzündung in der Regel um reaktive Arthritis.

Pusteln, Fieber, Entzündungen an Augen und im Mund

Neben leichtem Fieber können gleichzeitig mit der Gelenkentzündung Pusteln an den Händen und den Fußsohlen auftreten. Bindehautentzündungen der Augen sowie Veränderungen der Schleimhaut im Mund legen ebenfalls den Verdacht von reaktiver Arthritis nahe. Tief sitzende Kreuz- und Rückenschmerzen sind ein weiteres Symptom. Diese Schmerzen zeigen sich am frühen Morgen am stärksten und klingen im Lauf des Tages ab.

Behandlung hängt vom Krankheitsverlauf ab

In den meisten Fällen zielt die Behandlung dieser Krankheit in erster Linie auf Schmerzbekämpfung ab. Pflanzliche Mittel wie Rheumagil lindern Schmerzen zuverlässig ohne die gefährlichen Nebenwirkungen von chemischen Schmerzmitteln und eignen sich auch für langfristige Einnahme. Antibiotika gegen die eigentliche Ursache der reaktiven Arthritis sind nur nötig, wenn die Infektion noch nicht vollständig abgeklungen ist. Kälteanwendungen und Manualtherapie ergänzen die Behandlung.

Verlauf und Risikofaktor HLA-B27

Die durchschnittliche Dauer dieser Erkrankung beträgt sechs Monate. Personen mit der Antigen-Variante  HLA-B27 sind häufig von chronischer, reaktiver Arthritis betroffen und erleiden überdurchschnittlich oft Rückfälle. Oft bleibt bei Patienten ‘Wetterfühligkeit’ in den erkrankten Gelenken und der Wirbelsäule zurück. Unbehandelte Entzündungen können zur dauerhaften Schädigung des Gelenks führen.

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