Rheuma Ernährung: Schmerzen bekämpfen

Rheuma Ernährung: Schmerzen bekämpfen

Rheuma ist eine Volkskrankheit, genauer ausgedrückt: Die über 100 Krankheiten des rheumatischen Formenkreises plagen rund 20 Millionen Deutsche. Viele verschiedene Krankheitsformen bedeutet, dass es die richtige Rheuma Ernährung an sich nicht gibt. Dennoch sind die Ratschläge der Experten für die verschiedenen Kategorien von Rheuma ähnlich. Mit einer Ausnahme: Gicht erfordert, purinarme Lebensmittel zu wählen. Bei allen Rheuma-Krankheiten gilt: Jedes Pfund zuviel belastet Körper und Gelenke.

Rheuma Ernährung: Kampf den Rundungen

Alle Rheuma-Krankheiten sind mit starken Schmerzen verbunden. Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  •   Rheumatoide Arthritis
  •   Arthrose
  •   Gicht
  •   Fibromyalgie

Häufig führen die Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zu chronischen Entzündungen in den Gelenken und im Bindegewebe des Körpers. Je mehr Gewicht Gelenke tragen müssen, desto mehr werden sie beansprucht. Bei der Rheuma Behandlung steht deshalb neben der Schmerzlinderung Abbau von Übergewicht an erster Stelle. Gesunde Ernährung und kleine Portionen führen beim Abnehmen eher zum Erfolg als strikte Diätpläne.

Gefährliche Arachidonsäure und ihre Vorstufen

Der menschliche Körper braucht Fett. Gesundes Fett unterstützt die Körperfunktionen, während andere Fette Entzündungen verstärken können. Alle Rheuma-Patienten sollten darauf achten, wenig Arachidonsäure zu essen. Es gilt als wissenschaftlich [1] erwiesen, dass dieses Fett entzündliche Prozesse im ganzen Körper fördert. Tierische Fette in allen Arten von Fleisch oder Wurst enthalten einen hohen Anteil von Arachidonsäure. Darüber hinaus liefern pflanzliche Öle mit Omega-6-Fettsäuren Vorstufen der Arachidonsäure. Um Zucker zu verarbeiten, schüttet der Körper Insulin aus. Diese Substanz regt ein Enzym an, das die Bildung von Arachidonsäure aus Vorstufen begünstigt. Rheuma-Kranke sollten deshalb so wenig Zucker wie möglich essen und entzündungshemmende Fette wählen, zum Beispiel Olivenöl, Kokosnussöl oder Avodacoöl.

Wertvolles Omega-3 bekämpft Entzündungen

Omega-3-Fettsäuren unterstützen zahlreiche Funktionen im menschlichen Körper. Das belegen zahlreiche Studien [2] neueren Datums. Sie halten Blutgefäße geschmeidig, beugen Herzkrankheiten vor und helfen sogar bei Depressionen. Fetter Fisch, Meeresfrüchte und Algen enthalten Omega-3-Fettsäuren, die der Körper gut verwerten kann. Pflanzen enthalten Formen von Omega-3, die der menschliche Metabolismus nur zu einem verschwindend geringen Teil aufnehmen kann.

Pflanzenwirkstoffe neutralisieren freie Radikale

Alle Entzündungen belasten den Körper mit schädlichen Stoffwechselprodukten. Freie Radikale sind Ionen, Moleküle oder Atome, denen ein Elektron in ihrer äußeren Hülle fehlt. Dieses Elektron rauben sie, wo sie es finden – und können dabei großen Schaden in allen Gewebearten verursachen. Gemüse und Obst liefern neben wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen. Rheuma-Kranke sollten deshalb so viel Obst und Gemüse wie möglich verzehren.

Gesunde Verdauung unterstützt das Immunsystem

Alle Rheuma-Krankheiten belasten das Immunsystem. Ein gut funktionierendes Verdauungssystem unterstützt das Immunsystem. Eine gesunde Darmflora führt dazu, dass der Körper Nährstoffe gut aufnehmen und alle Bestandteile des Immunsystems problemlos herstellen kann. Fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Joghurt oder Sauerkraut liefern Ihrem Darm Bakterien, die alle Prozesse der Verdauung unterstützen. Ballaststoffe von Obst und Gemüse dienen diesen nützlichen Bakterien als Nahrung.

Knochenbrühe stärkt die Gelenke

Knochenbrühe ist mit Recht seit einiger Zeit wieder gefragt. Wenn Sie Knochen mehrere Stunden lang auskochen, erhalten Sie eine Suppe mit viel Collagen. Säure im Kochwasser sorgt dafür, wichtige Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium aus den Knochen herauszulösen. Knochenbrühe versorgt Gelenke mit Nährstoffen, die den Aufbau von Knorpel fördern.

Gicht: Purinarme Lebensmittel wählen

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit. Der Körper kann Harnsäure nicht ausreichend abbauen. Harnsäurekristalle lagern sich mit der Zeit in Gelenken ab und führen dort zu Entzündungen. Purine in Lebensmittel führen bei ihrem Abbau zur Entstehung von Harnsäure im Körper. Deshalb sollten Gichtkranke purinarme Lebensmittel bevorzugen. Kartoffeln, Eier, Honig und Obst eignen sich für die Gicht Ernährung, ebenso Milch, ein purinfreies Drüsensekret. Fisch, Fleisch, manches Gemüse und Hülsenfrüchte dagegen sind reich an Purinen.

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Einzelnachweise

[1] Arachidonic acid metabolism: role in inflammation. Samuelsson B. Z Rheumatol. 1991;50 Suppl 1:3-6., US National Library of Medicine National Institutes of Health, PMID:1907059

[2] A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials and Prospective Cohort Studies of Eicosapentaenoic and Docosahexaenoic Long-Chain Omega-3 Fatty Acids and Coronary Heart Disease Risk, Alexander, Dominik D. et al., Mayo Clinic Proceedings , Volume 92 , Issue 1 , 15 - 29