Rheuma: Ernährung verringert Schmerzen

Rheuma: Ernährung verringert Schmerzen

Rheuma Ernährung: Richtige Lebensmittel wählen

Jede Zelle in Ihrem Körper verlangt nach Nahrung. Der Stoffwechsel stellt sie in Form von Molekülen zur Verfügung. Mithilfe von Sauerstoff und Wasser vollführen menschliche Zellen Tag für Tag hoch komplizierte, biochemische Prozesse. Die Energie dafür stammt aus den Lebensmitteln, die Sie verzehren. Rheumatische Erkrankungen verlaufen schmerzhafter, wenn Ihr Körper auf Nährstoffe durch mangelhafte Diät verzichten muss oder krankmachende Substanzen aufnimmt. Doch es gibt kein Allgemeinrezept für die Rheuma Ernährung. Für jede Krankheitsgruppe gelten andere Diät-Regeln. Wichtig: Ernährung ist kein Heilmittel. Die Wahl der richtigen Lebensmittel ersetzt keinesfalls schmerzlindernde Medikamente und geeignete Bewegung.

Was ist Rheuma genau?

Rheuma ist ein Oberbegriff für Hunderte verschiedener Krankheiten. Allen Krankheiten gemein sind Schmerzen, vor allem in den Gelenken. Rheumatische Krankheiten können aber auch innere Organe und die Haut in Mitleidenschaft ziehen. Rheumatische Krankheiten lassen sich grob in fünf Gruppen aufteilen, die jeweils eine spezielle Ernährung erfordern: Arthrose, rheumatoide Arthritis, Gicht, Osteoporose und Fibromyalgie. Wichtig ist bei jeder Rheuma Behandlung, die Schmerzen mit Medikamenten zu verringern und das Voranschreiten der Krankheit zu bremsen. Sanfte Bewegung sorgt dafür, dass schmerzende Gelenke flexibel bleiben.

Wie funktioniert unser Stoffwechsel?

Neben Schmerzbehandlung und Bewegung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei allen Arten von Rheuma von entscheidender Bedeutung. Jeder Mensch sollte mindestens zwei Liter Wasser, Kräutertee oder verdünnte Säfte am Tag trinken. Das stellt dem Körper genügend Flüssigkeit für den Stoffwechsel zur Verfügung. Wissenschaftler unterscheiden beim Stoffwechsel zwischen dem katabolen und dem anabolen Stoffwechsel. Der katabole Stoffwechsel spaltet komplexe Stoffe, zum Beispiel Ihr Frühstück, in kleine Moleküle auf. Dabei spielen Enzyme eine wichtige Rolle. Der anabole Stoffwechsel baut aus diesen Molekülen die Substanzen auf, die Ihr Körper braucht. Darüber hinaus sorgt der Stoffwechsel für den Abtransport von Schadstoffen aus dem Körper.

Rheuma Ernährung: Verschiedene Regeln für Unterformen

Die richtige Ernährung bei Arthrose

Eine der Hauptursachen für rheumatische Schmerzen ist Arthrose, die durch Schäden am Gelenkknorpel entsteht. Eine Arthrose kann sich als Spätfolge von Unfällen entwickeln oder durch falsche Haltung sowie Überbeanspruchung, zum Beispiel durch Sport oder Übergewicht. Genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle. Fast jeder Mensch über 65 leidet an mehr oder weniger gravierenden Arthrosen. Eine nicht behandelte Arthrose zerstört mit der Zeit den Gelenkknorpel. Im Endstadium reibt Knochen auf Knochen, die sogenannte Knochenglatze.

Arthrose: Vitamine und wenig Fleisch

Bei Arthrose benötigt Ihr Körper Substanzen, die sich günstig auf die Knorpelbildung auswirken. Alle Arten von Zwiebelpflanzen, unter anderem Lauch und Knoblauch, wirken sich günstig auf die menschlichen Knorpel aus. Natürliche Vitamine und pflanzliche Nährstoffe von reichlich Obst und Gemüse beeinflussen den Stoffwechsel positiv und neutralisieren freie Radikale, schädliche Nebenprodukte des Metabolismus. Da sich schmerzende Gelenke leicht entzünden können, sollten Sie wenig Fleisch und mehr Fisch essen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte liefern B-Vitamine. Übergewicht fördert Arthrosen, deshalb sollten Sie überflüssige Pfunde im Rahmen einer gesunden Ernährung verlieren.

Rheumatoide Arthritis: Bösewicht Arachidonsäure

Rheumatoide Arthritis bezeichnet chronische Gelenkschmerzen, die Entzündungen verursachen. Ein Fehlverhalten des Immunsystems löst diese Entzündungen aus. Körpereigene Immunzellen, gelenkt von Botenstoffen, greifen die Innenhaut der Gelenke an, anstatt sie zu schützen. Die verantwortlichen Botenstoffe Prostaglandine und Leukotriene entstehen aus dem Fett Arachidonsäure, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Hauptziel einer Diät bei rheumatoider Arthritis ist es, Arachidonsäure und ihre Vorstufen zu vermeiden. Arachidonsäure selbst kommt reichlich in tierischem Fett vor, vor allem in fetter Wurst und fettem Fleisch. Omega-6-Fettsäuren in Sonnenblumenöl und anderen pflanzlichen Ölen liefern Vorstufen von Arachidonsäure. Zucker begünstigt die Entstehung von Arthritis. Wenn Sie Zucker verzehren, schüttet Ihr Körper Insulin aus. Dieses Hormon aktiviert ein Enzym, das zur Bildung von Arachidonsäure beiträgt.

Wichtig: die richtige Art von Fett und pflanzliche Nährstoffe

Neben dem Verzicht auf viel tierisches Fett und Zucker, ist bei Arthritis eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren wichtig. Diese Fette von Fisch, Meeresfrüchten und Algen hemmen Entzündungen im Körper. Viel Obst und Gemüse stellen Ihrem Körper natürliche Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzennährstoffe zur Verfügung, die freie Radikale im Körper bekämpfen. Rauchen verschlimmert Arthritis.

Gicht: Kampf den Harnsäurekristallen

Bei Gicht handelt es sich, genau genommen, um eine Stoffwechselkrankheit, die in ihrer akuten Phase Arthritis auslöst. Bei Gicht kann der Stoffwechsel nicht genug Harnsäure ausscheiden. Harnsäurekristalle im Blut lagern sich Gelenken und Weichteilen ab, zum Beispiel den Nieren. Sogenannte Purine in der Nahrung führen zur Bildung von Harnsäure im Körper. Fleisch, auch Geflügel, Sardinen sowie Hülsenfrüchte wie Linsen und Erbsen enthalten viele Purine. Bei Gicht ist es besonders wichtig, viel Flüssigkeit zu trinken. Alkohol wirkt jedoch kontraproduktiv, da er die Ausscheidung von Harnsäure in den Nieren behindert.

Osteoporose: Kalzium in der Nahrung braucht Vitamin D

Osteoporose bezeichnet den Verlust von Knochenmasse, der vor allem ältere Frauen betrifft. Bis zum 26. Lebensjahr kann der menschliche Körper mit Kalzium Knochensubstanz aufbauen. Anschließend geht es bei der Ernährung darum, genügend Kalzium für den Erhalt der Knochenmasse zu verzehren. Milch und Milchprodukte enthalten reichlich Kalzium. Hervorragende Kalziumlieferanten sind ebenfalls kleine, fettreiche Fische wie Sardinen oder Makrelen, die zudem wertvolles Omega-3 enthalten. Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten liefern ebenfalls beachtliche Mengen an Kalzium. Allerdings kann der Körper Kalzium nicht ohne Vitamin D und ausreichende Bewegung aufnehmen. 20 Minuten täglich in der Sonne beugt einem Mangel von Vitamin D vor. Der menschliche Körper ist in der Lage, Vitamin D mehrere Monate lang im Fettgewebe und der Leber zu speichern. Rauchen verschlimmert Osteoporose.

Fibromyalgie: Im Moment zählt die Erfahrung

Fibromyalgie ist eine rätselhafte Krankheit, die eine Vielzahl von Symptomen vereint, unter anderem Schmerzen, Depressionen und Erschöpfung. Viele Erkrankte berichten von Darmbeschwerden. Bisher gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse über die richtige Ernährung. Das bedeutet nicht, dass passende Ernährung die Symptome nicht verbessern kann. Wissenschaftler vermuten, dass oxidativer Stress Fibromyalgie verschlimmert. Darunter ist eine übermäßige Belastung des Körpers mit sogenannten freien Radikalen zu verstehen. Freie Radikale sind Atome, die ein Elektron zu wenig in ihrer äußeren Schale aufweisen. Dieses Elektron rauben sie, wo sie es finden und beschädigen dabei Zellen.

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