Schmerzmittel: Was bedeutet rezeptfrei wirklich?

Schmerzmittel: Was bedeutet rezeptfrei wirklich?

Schmerzmittel: Vorsicht vor den Klassikern

Rezeptfrei kann bei Medikamenten leicht den Anschein erwecken, sie seien ungefährlich. Zahlreiche Studien belegen jedoch das Gegenteil. Die Klassiker Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Paracematol bergen enorme Risiken – obwohl Ärzte sie häufig verschreiben und sie ohne Rezept in Apotheken zu bekommen sind. Jahr für Jahr geben Deutsche rund eine Milliarde Euro für diese Medikamente aus. Weitaus ungefährlicher sind natürliche Schmerzmittel, die Schmerzen mit der Kraft der Natur wirksam bekämpfen.

Schmerzmittel und ihre Geschichte

Die Geschichte schmerzlindernder Mittel ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Morphin von Schlafmohn nutzen Menschen seit der Jungsteinzeit, um Schmerzen zu stillen. Schlafmohn stammt aus dem europäischen Mittelmeerraum und breitete sich im Lauf der Zeit bis nach China aus. Die Geschichte der modernen Schmerztabletten beginnt im Jahr 1804, als der deutsche Apotheker Friedrich Sehtürner die Substanz Morphin isolierte. 1824 entdeckte der deutsche Pharmakologe Salicin, den Wirkstoff von Aspirin.

Der amerikanische Ghemiker Harmon Morse entwickelte Paracetamol im Jahr 1878. 1897 begann der weltweite Siegeszug von Aspirin. Die Bayerwerke in Elberfeld begannen, Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure im industriellen Maßstab zu produzieren. Bayer verlor das Patent nach dem Ersten Weltkrieg, sicherte es sich aber erneut im Jahr 1950, gleichzeitig mit dem Patent für Paracetamol. Das englische Unternehmen The Boots Pure Drug Company entwickelte Ibuprofen in den 60er Jahren. Zur gleichen Zeit synthetisierten Alfred Sallmann und Rudolf Pfister Diclofenac für die Schweizer J. R. Geigy AG. Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure und Paracematol nennt man heute nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Sie können sie rezeptfrei in jeder Apotheke kaufen.

Diclofenac und Ibuprofen: Gefährlich für Herz und Kreislauf

Beide Wirkstoffe schienen das Herz-Kreislauf-System anzugreifen. Das zeigt eine neue Studie[1] in Dänemark. Dafür werteten Wissenschaftler Daten von Dänen aus, die zwischen 2001 und 2010 einen Herzstillstand erlitten. Das Ergebnis: Beide Substanzen können das Risiko eines Herzstillstands oder Infarktes erheblich vergrößern. Forscher der Universität Montreal bestätigten dieses Resultat. Sie führten eine Meta-Analyse[2] mit Daten von rund 446.000 Patienten durch. Alle hatten NSAR-Präparate eingenommen. Sie warnten, das selbst geringe Dosen von NSAR das Risiko für das Herz-Kreislauf-System beträchtlich erhöhen können. Je öfter und je mehr diese Arzneien eingenommen werden, desto größer ist das Risiko.

Aspirin und Paracetamol greifen Magen und Darm an

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin scheint das Risiko für bestimmte Arten von Krebs zu vermindern, kann aber das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen gleichzeitig stark ansteigen lassen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie[3] der Harvard Medical School in Boston, die in der amerikanischen Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institut im Jahr 2004 veröffentlicht wurde. Deutsche Mediziner weisen darauf hin, dass Aspirin die Schleimhäute im Verdauungstrakt angreifen kann. Geschwüre und Blutungen sind die Folgen.

Paracetamol ist weltweit das beliebteste Medikament, um Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern. Wissenschaftler in London analysierten im Jahr 2015 acht Studien[4] über diesen Wirkstoff. Sie fanden heraus, dass Paracetamol das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte zu erhöhen scheint. Weitere Komplikationen durch Paracetamol können Blutungen im Verdauungstrakt sein sowie Nierenschäden.

Natürliche Arzneien: Gut verträglich und risikofrei

Sie vermeiden gefährliche Nebenwirkungen chemischer Substanzen, wenn Sie natürliche Medikamente wählen. Naturheilmittel lindern Schmerzen ebenso zuverlässig wie chemische Mittel. Sie sind gut verträglich und weisen selbst bei langfristiger Einnahme keine schädlichen Nebenwirkungen auf.

Rheumagil: Vier Wirkstoffe, neu kombiniert

Rheumagil kombiniert vier natürliche Wirkstoffe zu dem einzigartigen, patentierten Proagil100 Komplex. Rhododendron, Ledum, Causticum und Ferrum Phosphoricum lindern Schmerzen, hemmen die Entzündung und fördern die Selbstheilungskräfte das Körpers. Eine internationale Studie[5] aus dem Jahr 2010 bestätigte die schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften von Ledum. Die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirksamkeit wurde für Rhododendron, Causticum und Ferrum ebenfalls nachgewiesen. Wissenschaftler haben Rheumagil mit dem Ziel entwickelt, rheumatische Beschwerden zuverlässig zu bekämpfen, ohne den Körper zu belasten.

Gelencium: Schützt, schont und regeneriert Gelenke

Gelencium vereint die Kraft von sieben natürlichen Wirkstoffen. Überzeugte Ärzte und Apotheker bezeichnen Gelencium mittlerweile als Gelenk-Spezialtropfen. Zahlreiche Studien belegen die erfolgreiche Wirkungsweise von Gelencium. Der BC700-Wirkstoffkomplex lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen in den Gelenken. Darüber hinaus schützt Gelencium die Gelenke und wirkt dem ungehemmten Voranschreiten von Knorpelverschleiß entgegen. Eine Studie[6] hat mit einem Arthrose-Modell gezeigt, dass Berberin Knorpelschäden vorbeugt. Berberin ist der Wirkstoff von Berberitze in Gelencium. Colchizin[7] von der Herbstzeitlose fördert die Regeneration von Knorpelgewebe.

Artikel teilen:

Einzelnachweise

[1] Sondergaard K, Weeke P, Wissenberg M, et al. Non-steroidal anti-inflammatory drug use is associated with increased risk of out-of-hospital cardiac arrest: a nationwide case-time-control study. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2017;356:100-7. Published by the BMJ Publishing Group Limited

[2] Bally Michèle, Dendukuri Nandini, Rich Benjamin, Nadeau Lyne, Helin-Salmivaara Arja, GarbeEdeltraut et al. Risk of acute myocardial infarction with NSAIDs in real world use: bayesian meta-analysis of individual patient data BMJ 2017; 357 :j1909

[3] Schernhammer ES, Kang J, Chan AT, Michaud DS, Skinner HG, Giovanucci E, et al. A prospective study of aspirin use and the risk of pancreatic cancer in women. J Natl Cancer Inst 2003;96:22–8. Editorial: Baron JA. What now for aspirin and cancer prevention? J Natl Cancer Inst 2003;96:4–5

[4] Roberts E. et al.: Paracetamol: not as safe as we thought? A systematic literature review of observational studies. Annals of the Rheumatic Diseases (2015). doi:10.1136/annrheumdis-2014-206914

[5] Zhang M, Zhao JJ, Wu WB, Zhao Y, Zhu XL. Analgesic and anti-inflammatory activities of extracts from Ledum palustre L. in mice. Nat Prod Res Dev 2010; 22: 326-329

[6] Van Zhou, Shi-Qing Liu, Ling Yu, Bin He, Shi-Hao Wu, Qi Zhao, Shao-Qiang Xi, Hong-Jun Mei, Wuhan University, Wuhan, People's Republic of China, published online: 17 July 2015, © Springer Science+Busincss Media New York 2015, DOl 10.1007/s10495-015-1152-y

[7] Onur Tetik, Mahmut Nedim Doral, Ahmet, Ozgiir Atay, Giirsel Leblebicioglu, School of Medicine, Hacettepe University. Ankara, Turkey, Influence of irrigation solutions combined with colchicine and diclofenac sodium on articular cartilage in a rat model, published online 6 April 2004 © Springer-VerJag 2004, DOI 10.1007/s00167-003-0470-8